Pu-Erh Tee

Der Pu-Erh-Tee zählt zu den ältesten Teesorten der Welt.


Dieser ganz besondere Tee stammt aus der Provinz Pu-Erh, von der auch der Name der Teesorte stammt. Die Provinz Pu-Erh liegt in einer Hochlandregion im Südwesten Chinas, in der bereits seit über 1.700 Jahren Tee angebaut wird.

Viele Mythen ranken sich um diesen geheimnisvollen Tee. Der seit der Han-Dynastie (25-220 n. Chr.) in einem aufwändigen und zeitintensiven Verfahren gewonnene und nachgereifte Tee wurde traditionell dem Kaiser als erlesenes Präsent dargeboten und war über viele Jahrhunderte der Aristokratie vorbehalten. Zu manchen Zeiten diente die Kostbarkeit sogar als Zahlungsmittel, das durchaus mit Gold aufgewogen wurde.

Ein traditioneller, hochwertiger Pu-Erh-Tee wie unserer wird aus den Blättern des Qingmao-Baumes gewonnen. Dieser Verwandte der Teepflanze kann bis zu 30 Meter groß und über 800 Jahre alt.


Traditionell benötigt Pu-Erh-Tee wie ein guter Käse oder ein edler Wein einen langen Reifeprozess. So gibt es besonders kostbare Sorten, die über 70 Jahre gereift sind.

Hintergrund der langen Reifeprozesses ist die Fermentation.

Denn als einziger Tee der Welt wird der Pu-Erh tatsächlich fermentiert:

  • Traditionell werden die Blätter des Baumes nach der Ernte leicht gedämpft und anschließend zu kleinen Quadern oder runden Fladen gepresst, bevor sie in die Lagerung kommen.

  • Nach einiger Zeit bilden sich an den Bruchstellen der Blätter unter Einwirkung von Sauerstoff kleine Mikroorganismen, die den Reifeprozess in Gang setzen. So sorgt die jahrelange Arbeit zahlreicher Bakterien und Pilze letztendlich für das charakteristische und vielseitige Aroma des Tees.

  • Die Mikroorganismen verstoffwechseln die Teeblätter, also auch die darin enthaltenen Bitterstoffe. So schmeckt der Tee angenehm mild und leicht süßlich.

Die Zeit von der Ernte bis zum genussreifen Tee dauert im Schnitt zwischen fünf und zehn Jahren. Doch selbst dann ist der Reifeprozess nie ganz abgeschlossen und vollzieht sich theoretisch immer weiter.


Besonders teure Tees reifen über mehrere Jahrzehnte. Der fertige Tee wird in runde Tee-Kuchen (siehe Bild) verpackt oder lose im Beutel angeboten.


Natürlich bekommt man Pu-Erh-Tee auch in loser und in gepresster Form zu kaufen. Für beide gelten die gleichen Ziehzeiten und auch der Geschmack ist identisch, bei der gepressten Variante kommt lediglich noch etwas Vorarbeit (Schritt 1) hinzu.

  1. Löse vom gepressten Teeblock zunächst behutsam einige Blättchen ab. Kratze oder brich sie dabei möglichst nicht heraus: Je mehr Bruchstellen entstehen, desto bitterer kann der Tee später schmecken.

  2. Anschließend musst du den gelösten Tee spülen. Hierzu übergießt du die Blätter in einem Teesieb oder einer Kanne einmal mit kochend heißem Wasser und lässt den Sud nur wenige Sekunden ziehen. Dieser erste Aufguss wird anschließend komplett weggekippt.

  3. Erst jetzt kommt es zur eigentlichen Zubereitung. Da du deinen Tee vorher heiß gespült hast, öffnen sich die Blätter jetzt umso leichter: Übergieße den Tee erneut mit kochendem Wasser. Lasse ihn dann für rund 15 Sekunden ziehen. Beachte: Jeder Tee ist etwas anders. Entnimm die empfohlenen Ziehzeiten der Packung oder erfrage sie direkt im Laden.

  4. Dank der intensiven Aromen des Pu-Erh-Tees kann er quasi beliebig oft neu aufgegossen werden. Die ersten Aufgüsse bleiben aber immer die stärksten. Steigere dich in der Länge der Ziehzeit daher von wenigen Sekunden bis hin zu zwei bis vier Minuten.

Geschmack

Die jungen grünen Pu-Ehr Tees haben einen sehr aromatischen Aufguss mit einer leichten, aber klar ausgeprägten Kampfernote, schmecken nach Kräutern oder haben blumige Nuancen. Oft sind die Aromen von getrockneten Früchten wie Pflaumen zu erkennen. Manchmal können die Tees durchaus bitter sein, hinterlassen trotzdem einen angenehmen süßlichen Nachgeschmack.

Die gereiften Pu Erhs dürfen aber niemals schimmelig und muffig schmecken. Der Geschmack sollte sehr weich sein mit einem Hauch von Herbe und ohne säuerliche Elemente. Der Aufguss ist sehr stark und dick.


Lagerung

Lagere deinen Pu-Erh-Tee am besten in einem dunklen, luftdurchlässigen Gefäß. Da die Fermentation auch in der Verpackung noch weiter geht, solltest du ihn niemals luftdicht verschließen.


Hinweis: Hochwertige Teesorten lassen sich gern mehrmals aufgießen und sorgen geschmacklich für ein weiteres Geschmackserlebnis.

Somit haben Sie mit 12 - 15 g/l gut 3, 4 oder auch 5 Aufgüße, je nach belieben.


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